Aufgrund von Nicht-Wissen wird gefragt:

Warum reden die, die angeblich erwacht sind, so viel, vor allem auch vom Nicht-Denken, Schweigen und StilleSein?
Darüber gibt ein pseudospiritueller Witz Auskunft:
Kommen drei Wahrheitssucher zu einem Weisen und bitten um Belehrung.
Der Befragte gibt jedem Sucher die Anweisung: Schweig, sei still und wisse…
Sagt der erste Sucher: Ich werde nicht reden.
Kommentiert der zweite: Aber du hast gerade geredet.
Sagt der dritte: Ich bin der einzige, der nicht gesprochen hat.
Die Tendenz, Tendenzen zu vermeiden, führt nur zu mehr Tendenzen.“[1]
„Was still werden sollte, wird nie still werden.
Stille braucht nichts, noch stellt sie irgendwelche Ansprüche.“[2]
„Erwacht bist du nicht länger daran interessiert, andere, die noch schlafen, zu beurteilen.“[3]
 
[1] Ebenda S.89
[2] Ebenda S.88
[3] Ebenda S.69

Nichtwissen

Nitya: „Ich dachte ich wüsste, aber ich wusste nicht. Ich hoffte, ich würde wissen, aber ich weiß nicht. Tag für Tag vergeht und immer noch weiß ich überhaupt nichts. Und doch bin ich lebendig.“[1]

„Wenn du nicht weißt, hast du eine Menge zu sagen. Wenn du weißt . . . was ist da zu sagen?“[2]

„Dieses Leben ist nur wie eine ringförmige Sonnenfinsternis. Bis ‚ich weiß‘ sich gewandelt hat in ‚ich weiß nicht‘ und endlich in die unberührte, ungeborene Sonne schmilzt. Ich will nicht wissen, dass ich nicht weiß.“[3]

„Wenn Bewusstsein schließlich alles, was es weiß, sein lässt, natürlich wird und mühelos, dann öffnet sich das Herz…“[4]
 

[1] Ebenda S.61
[2] Ebenda S.123
[3] Ebenda S.83
[4] Ebenda S.112

Wie das Erwachen aus einem Traum

Wir stecken hinter einer Fassade von Tradition, Religion, Arbeit und Verantwortlichkeiten. Wir folgen Meistern die seit Jahrtausenden tot sind, wenig beachtend, was nahe ist, das Eine innen ignorierend. Welch große Überraschung zu entdecken, dass der Himmel gerade HIER ist . . .“[1]
„Es gab niemals und es wird niemals mehr Wahrheit geben als JETZT.
Erleuchtung ist wie Erwachen aus einem Traum und niemals wieder träumen mit Wirklichkeit verwechseln.“[2]
Manchmal spricht Nitya davon, dass sich durch das Erwachen nichts ändert; alles bleibt, wie es bisher erschienen ist; der einzige Unterschied ist, dass nach dem Erwachen bewusst ist, dass alles wie ein Traum, eine Halluzination, Maya ist. Das Leben und die Illusion gehen weiter wie das Geschehen in einem luziden Traum.
„Gewahrsein selbst hat keine Meinung. Seine Meinung ist, dass die Welt ist, wie sie ist, einschließlich dem, was alles in dir geschieht, überall.“[3]
Aber wird tiefer hinterfragt, was wirklich wirklich ist, sind da auch Aussagen über das Erwachen, die alles zu nehmen scheinen.
„Du erwachst und der Traum endet, als hätte er niemals existiert. Erleuchtung betrifft die Wahrheit. Das Erwachen nimmt alle Dinge, die du jemals hattest, so dass nichts so sein wird, wie zuvor. Deine ganze Welt endet. Stirbt.
Und die Kosten?
Alle Dinge.
Alles!?
Ja. Alles.
Und was präzise dieses Alles ist, entdeckst du, wenn es verschwunden ist.“[4]
„Zu träumen ist Vermeidung des Lebens. Lass dein Träumen sein und du wirst erleben, dass Gott allein deine einzige Realität ist.“[5]
„Erwachen… ist eine Rückkehr in die Heimat, die niemals verlassen wurde.“[6]
„Da ist ein Raum, wo niemand etwas von dir will und du nichts von irgendjemanden willst . . .
Es gibt einen Raum, wo du Zuflucht finden kannst, wenn keine Sonne scheint, wo du geschützt bist, wenn der Wind weht . . .
Ein Raum, wo du liebst, ohne dem Bedürfnis, geliebt zu werden, wo du verstehst, ohne dem Begehren, verstanden zu werden, im Geben erhältst du, im Sterben wirst du geboren in die ewige Wirklichkeit. Hier möchte ich mit dir zusammenkommen.“[7]
 
[1] Ebenda S.62
[2] Ebenda S.93
[3] Ebenda S.108
[4] Ebenda S.93
[5] Ebenda S.109
[6] Ebenda S.110
[7] Ebenda S. 73

Die Illusion der Wirklichkeit

Manchmal scheint, den Aussagen entsprechend, da doch etwas zu sein.
Die Weisen und die Erwachten scheinen mit ihren Körpern in derselben materiellen Welt zu leben wie alle Menschen und Lebewesen.
Es gibt Aussagen der Weisen, die den Eindruck erwecken, als würde es sich beim Erleben der Welt der Getrenntheit nur um eine Fehlinterpretation, Projektion oder falsche Sichtweise handeln. Die Illusion der Wirklichkeit und von Getrenntheit entsteht durch das Denken. Dadurch entsteht eine abgehobene Wirklichkeit der Verschiedenheiten scheinbar unabhängig von dem Bewusstsein, die unabhängig von den Wahrnehmungs- und Denkfähigkeiten in materieller Eigenständigkeit zu existierenden scheint.

Das Einheitsbewusstsein unmittelbaren Erlebens

„Wenn du um etwas zu verstehen Gedanken benützt, verlierst du Kontakt mit dem, was wirklich lebendig ist.“[1]
Im unmittelbaren Erleben ist alles noch in einem das erfahrende Subjekt sowie die wahrgenommenen Objekte der Welt umfassenden Empfinden erfahren. Die Trennung in Ich und Nicht-Ich ist noch nicht erdacht.
„In Wirklichkeit gibt es keine anderen. Überall triffst du nur auf Dich selbst.“[2]
Diese Aussage muss für das mit einem Körper und Ego-Ich identifizierte Bewusstsein ziemlich erstaunlich, wenn nicht gar befremdlich klingen. Wenn das Erleben der Weisen aber aufgrund ihres Erwachens sich wie ein luzider Traum weiter abspielt, ist klar, dass alles – auch die scheinbar anderen Personen – von inneren, größtenteils unbewussten, psychogenen Tendenzen hervorgebracht wird.
„Immer wenn du jemanden sprechen hörst, hörst du nur deine Interpretation. Immer.“[3]
„Leben ist ein Monolog. Kein Dialog ist jemals geschehen. Wir reden nur mit uns selber, und denken, wir reden mit anderen.“[4]
Es gibt Aussagen des erwachten Bewusstseins, die eine Wirklichkeit beschreiben, die als unbeschreiblich beschrieben wird. Da ist nichts wahrzunehmen und rein nichts zu erfahren. Reines Sein. Leere. NiCHTs…
Was geträumt ist, ist das wirklich etwas, oder ist das dem Wesen seiner Realität nach nichts?
 
[1] Ebenda S.124
[2] Ebenda S.111
[3] Ebenda S.122
[4] Ebenda S.70

Identifikation und Projektion

Durch die Identifikation mit einem Teil dessen, was unmittelbar erlebt ist, entsteht ein Ich und der andere Teil des Ganzen scheint außerhalb des eigentlich allumfassenden Bewusstseins als die materielle Welt zu existieren.
„Für das Ego basiert Identität darauf abgegrenzt und besonders zu sein. Es ist gleichermaßen zufrieden, Held oder Opfer zu sein. Dies sind nur zwei Seiten derselben Münze. Wenn ich das Ergebnis anstrebe, trage ich die Folgen, wenn nicht, kann ich jemand anderen verantwortlich machen.“[1]
„Anstatt Gott in Buddha oder Christus zu projizieren, sei dir Gott im Inneren bewusst. Vielleicht ist’s das Selbe? Der Name ist aus Stille gemacht, sein Merkmal ist Akzeptanz, seine Leidenschaft ist Leben, seine Gnade bist Du.“[2]
„Wenn du deine Augen öffnest, öffnet Gott die seinen. Wenn du deine Augen schließt, schließt Er seine. Ohne Dich gibt es Gott nicht, ohne Gott würde es Dich nicht geben.“[3]
 
[1] Ebenda S.80
[2] Ebenda S.97
[3] Ebenda S.100 

Wie die Illusion der Wirklichkeit entsteht

„Du wirst, auf was du deine Aufmerksamkeit hinwendest. Wenn du dich an Objekte hingibst, wirst du eines von ihnen.“[1]
Wenn beobachtendes Bewusstsein „nur an dem interessiert ist, was gesehen werden kann, bleibt es in Illusion gestrandet.“[2]
„Genauso wie verschiedene Sichtweisen hervorgebracht werden, können wir Identifikation mit dem Erdachten hervorbringen.“[3]
„Wann immer es so zu sein scheint, als hättest du ein Verständnis von der Wirklichkeit und hast eine Vorstellung davon im Kopf, ist es gewöhnlich eine Realität, die vom Verstand hervorgebracht wurde.“[4]
„Das Leben von einem individuellen ‚Ich‘ ist nur eine Reaktion auf das, was bereits passiert.“[5]
 
[1] Ebenda S.96
[2] Ebenda S.117
[3] Ebenda S.79
[4] Ebenda S.67
[5] Ebenda S.118

Gewahrsein und das Ego

„Gewahrsein ist nicht irgendein Trick, um Probleme mit den Launen des Ego zu lösen.“[1]
Das Ego „ist ein Mechanismus, der ständig das, was ist, wandelt, in das, was sein sollte.“[2]
„Da ist kein wirkliches ‚Ich‘ zu erreichen. Da ist nur ein illusorisches ‚Ich‘ oder das Fehlen eines ‚Ich‘. Da ist kein Erwachen, solange du nicht damit aufhörst zu versuchen, bestmöglich deine Rolle zu spielen.“[3]
„Wenn du nur die Idee sein lassen könntest, etwas Spezielles zu sein . . . Das wäre wirklich was.“[4]
„Lieber Gott, bitte bringe meinen Geist in einen Zustand, in welchem ich nichts will . . . nicht einmal von Dir.“[5]
Hier ist gut zu beobachten, wie aufgrund eines Konzeptes, in diesem Beispiel das Konzept vom Nichtwollen, durch die Hintertür offenbar unbemerkt wieder neues Wollen kreiert wird.
Warum nicht, aufgrund tiefster Einsicht, anstatt Nichtwollen zu erbeten und anzustreben, einfach alles sein lassen, wie es ist?
„Gewahrsein hat seinem Wesen nach keine Meinung. Seine Meinung ist die Welt, wie sie ist, einschließend alles, was in dir geschieht, überall.“[6]
 
[1] Ebenda S.104
[2] Ebenda S.105
[3] Ebenda S.120
[4] Ebenda S.63
[5] Ebenda S.106
[6] Ebenda S.108

Erleuchtung und Glückseligkeit

„Was erwarten wir uns von der Erleuchtung? Natürlich Glückseligkeit! Dies ist jedoch kein Tauschgeschäft, in dem du etwas gibst, um etwas zu erhalten . . .
Wahrer Segen kommt vom Geben und nichts Zurückerwarten.“[1]
„Je länger ich nach Glückseligkeit suche, umso länger werde ich unglücklich bleiben . . .
Was, wenn ich mit dem Suchen aufhöre?“[2]
„Der Tag wird kommen wenn du über all deine vergangenen Bemühungen lachen wirst. Von da an wird alles, was geschieht, im Hier und Jetzt passieren.“[3]
„Selbstergründung führt zu der Einsicht, dass da niemals ein ‚Ich‘ zu ergründen war.“[4]
 
[1] Ebenda S.99
[2] Ebenda S.101
[3] Ebenda S.64
[4] Ebenda S.60

Die Wahrheit macht frei

„Die Wahrheit wissen zu wollen ist, wie sterben zu wollen. Nur ein Verrückter würde das versuchen.“[1]
Nityas Aussagen können sehr radikal sein:
Die Wahrheit wissen zu wollen heißt, mit sich selbst im Kriegszustand zu sein. Mich zu töten ist mich zu retten. Zu sterben ist frisch geboren zu sein.[2]
„Mir kann nichts passieren, weil wem etwas passieren könnte, ist nur ein Phantom. ‚Ich‘ existiert nicht wirklich.“[3]
„Das ‚Ich‘ ist eine Illusion. Der Beobachter ist auch eine Illusion. Wenn der Beobachter verbunden ist mit dem Beobachteten, ohne das zu hinterfragen, verschwindet das ‚Ich‘. Leben, Spontanität und Freiheit können sich plötzlich in ihrer reinsten Form ausdrücken.“[4]
 
[1] Ebenda S.76
[2] Ebenda S.92
[3] Ebenda S.77
[4] Ebenda S.91

Alles sein lassen wie es ist

„Wenn das natürliche Sein erkannt ist, verliert die Unterscheidung zwischen Nichtwissen und Erwachen seine Bedeutung. Was ist – ist. Da sind keine Unterscheidungen. Da sind keine Herausforderungen. Da gibt es keine Unzufriedenheiten: mit sich selbst, der Welt oder gegenüber irgendjemandem. Es ist einfach was ist.“[1]
„Die Wahrheit ist einfach: Alles was ist, ist gut. Auch der Glaube, dass nicht alles gut ist, ist gut. Wo kein Widerstand ist, da ist kein Drama.“[2]
Gewöhnlich wird „auf das fokussiert, was falsch zu sein scheint. Das ist eine Gewohnheit des Verstandes. Es wird etwas gesucht, das nicht existiert, und übersehen, was ist.[3]
„Wer denkst du, wer du bist, behauptend, dass sich Dinge ändern müssten? Zu versuchen glücklich zu sein, macht dich unglücklich. Du leidest, weil die Idee von Erleuchtung dich denken lässt, dass das nicht da ist.“[4]
 
[1] Ebenda S.119
[2] Ebenda S.94
[3] Ebenda S.121
[4] Ebenda S.98

Meditation

Es gibt zwei Möglichkeiten: 1. Gewahrsein oder 2. keinem Gedanken, nichts, was der Verstand produziert, Beachtung schenken.
Der Verstand kann ein wirksames Werkzeug sein, um in der erdachten Welt getrennt erscheinender Phänomene Zusammenhänge und Abhängigkeiten zu erkennen, zu berechnen und zu nutzen.
Aber zum Erkennen des Eigentlichen ist die Vernunft nicht geeignet. Ganz im Gegenteil, durch die Verstandestätigkeit erscheint das Ursprüngliche ständig überdeckt.
Was die Vernunft erdenkt, ist eine abgehobene Wirklichkeit. Diese erdachte Wirklichkeit existiert nur als Vorstellung, als Vortäuschung oder Illusion.
In Wirklichkeit ist da keine Getrenntheit. Alles, was als getrennte Phänomene zu existieren scheint, erscheint in einem allumfassenden Bewusstsein, in dem Bewusstsein, das in diesem Moment aktuell gerade diese Aussage überdenkt. Die Getrenntheit und Eigenständigkeit, die Vorstellung von Ich im Gegensatz zu allem Nicht-Ich ist künstlich hinzugedacht.
In der Meditation kann unmittelbar beobachtet werden, wie durch denken die Illusion der Wirklichkeit im Bewusstsein hervorgebracht wird und als die materielle Welt voneinander getrennter Gegenstände, Gestalten und Geschehnisse erscheint.
„Unsere Gedanken sind Produkte unserer Vorstellungskraft.“[1]
Was ist da, was ist erlebt, wenn dieses Denken sein gelassen wird?
 
[1] Ebenda S.107

Nicht denken und der Umgang mit Gedanken

Jahrzehntelange Meditation führte zu folgender Einsicht. Ich kann das Entstehen von Gedanken nicht verhindern, aber ich muss mich nicht in sie verwickeln lassen![1]
„Verstehen heißt den Verstand beruhigen.
Ein Zustand, in dem es keine Fragen und Antworten gibt.

Da ist kein: Ah ja, jetzt weiß ich und kann es nicht erwarten, darüber zu erzählen.“[2]
„Wenn deine Identität, anstatt in einer Person verwurzelt zu sein, in Bewusstsein gegründet ist, werden die meisten Deiner Fragen verschwinden.“[3]
Wenn leben ständigem sterben entspricht, verschwinden Angst und Ego. In jedem Moment stirbst du und bist neu geboren.“[4]
 
[1] Ebenda S.103
[2] Ebenda S.72
[3] Ebenda S.113
[4] Ebenda S.116

Wie die Illusion der Wirklichkeit vergeht

Eine wahre Sichtweise von der Welt wird durch Demut und Offenheit manifestiert. Keine Beurteilung, kein falscher Stolz, keine Opfer und keine Täter. Lass das deine Handlungsweise sein.“[1]
„An der Last all deiner Vorurteile hast du so schwer zu tragen, dass im Moment, da du deinen Stolz, deine Annahmen und Beurteilungen loslässt, sich das ganze Universum vor dir öffnet. Freude, Glückseligkeit und Licht erstrahlen.“[2]
„Es ist nur ein einfacher Schritt. Schau auf den Himmel, nicht auf die Wolken.“ Sei dir des Bewusstseins bewusst, nicht der Gedanken. Schau auf die Leinwand und nicht auf das, was darauf erscheint . . . Nichts berührt dich da, weil du nicht da bist. Das Denken kann nicht eindringen. Halte einen Moment länger an . . . Snap! Und du bist erwacht!“[3]
„Jedoch, dieses Spontane und Einfache kann nicht durch unsere eigenen Bemühungen geschehen.“[4]
„Nur das Formlose kann Form erkennen, ohne Das würde sie wie ein dürres Blatt sein.
Sei mein Ewiger Geliebter, ohne Dich ist zu leben nicht lebendig.“[5]
 
[1] Ebenda S.67
[2] Ebenda S.68
[3] Ebenda S.114
[4] Ebenda S.30
[5] Ebenda S.78 

Dem Erwachen eine Chance geben

Heute Morgen las ich in Nityas Buch und war von dem, was da in den Meditationen geschrieben stand, zutiefst erschüttert. Ich hätte es wissen können oder gar müssen. Aber offensichtlich war es bisher zumindest nicht in der Intensität bewusst erkannt und wahrgenommen worden.
Es war bereits vollkommen klar, dass es nicht vom Bemühen des Ego oder irgendwelchen spirituellen Übungen abhängig sein konnte.
Ich dachte, der Swift ins ErwachtSein hänge von etwas Unbegreiflichem, geheimnisvoll Unzugänglichem, von Schicksal, Zufall oder Gnade ab. Niemand könne wissen und sagen, wann dieser Wechsel in eine erleuchtete Wahrnehmung und Lebensweise eintreten werde.
Die Wahrheit ist: Durch nichts eingeschränkte Freiheit ist bereits da. FreiSein ist immer schon das, was ist.
Aber die Person, die glaubt eine befreiende Veränderung erstreben zu müssen, muss sich dieser Wahrheit öffnen; sich hingeben;
das suchende Bewusstsein hat die Wirklichkeit der bereits wirksamen Freiheit bejahend anzunehmen.
Hier in wortwörtlicher und teilweise freier Übersetzung, der wesentliche Hinweis Nityas in einer ihrer „Meditationen“:
„…Relax…“, entspanne, lass los und sei so, „bis du weißt. Das Ende. Vollständiges Anhalten. Wie lange wird es dauern? Ich weiß es nicht! Es kann ein Tag sein oder ein paar Jahre. Mit anderen Worten: Komm an den Abgrund und spring.
Nähere dich nicht abwägend ‚springen oder nicht springen?‘ dem Abgrund.“ Lese nichts übers Springen. Rufe nicht eine neue Organisation für ‚erhabenes Springen‘ ins Leben und buche keinen Kurs für sicheres Fallschirmspringen. Beginne nicht mit dem Schreiben von Gedichten oder Geschichten über das Springen und laufe niemandem nach, der bereits gesprungen ist. „Frage nicht, spring einfach!“[1]
 
[1] Ebenda S.95